Der Deutsche Alpenverein (DAV) ist einer der größten Vereine in Deutschland. Seit Jahren wächst und wächst er. 2024 hat sich der gesamte Verein erneut um etwa 50.000 Personen beziehungsweise 3,3 Prozent auf rund 1,57 Millionen Mitglieder vergrößert.
Das sind beeindruckende Zahlen, die von der Tölzer DAV-Sektion noch ein wenig getoppt werden. Sie legte 2024 um knapp 3,6 Prozent auf rund 9.138 Mitglieder zu. Ende Oktober 2025 hatte sie weitere 330 neue Mitglieder, was einem Plus von etwas über 3,6 Prozent innerhalb von zehn Monaten entspricht. 2026 könnte die Sektion damit erstmals die 10.000er-Grenze knacken.
Was ändert sich durch das kontinuierliche Wachstum? Welche Ziele hat die Sektion? Ergeben sich dadurch neue Möglichkeiten? Wir haben Benedikt („Bene") Hirschmann nach seiner Einschätzung des Wachstums gefragt. Er ist seit Sommer 2021 Leiter der Tölzer DAV-Sektion. Sie ist zwar keine der ganz großen wie die Sektionen München und Oberland, aber immerhin eine der größeren und mit dem Gründungsjahr 1874 auch eine der älteren im DAV.

Tölzer Newsletter: Ende Oktober 2025 hatte die Sektion rund 9.467 Mitglieder. Mit welcher Zahl rechnet ihr zum Jahresende?
Bene Hirschmann: Wir rechnen mit etwa 9.600 Mitgliedern zum Jahresende 2025.
Worauf führt ihr den starken Mitgliederzuwachs der vergangenen Jahre zurück? Vor zehn Jahren lag die Mitgliederzahl ja noch bei weniger als der Hälfte.
Wir führen das vor allem auf das Angebot für die Mitglieder zurück. Die Ausweitung des Kursprogramms, der sehr große Verleih von Ausrüstung und Büchern, zahlreiche Gruppen (Wandern, Mountainbiken, Klettern drinnen und am Fels, Skitouren und viele weitere).
Wie hoch ist aktuell der Anteil aktiver Ehrenamtlicher – und wächst dieses Engagement in ähnlichem Tempo wie die Mitgliederzahl?
Der Anteil der Ehrenamtlichen – momentan sind es rund 200 Trainer und Ehrenamtliche in den Bereichen Naturschutz, Hütte und Wege – wächst stetig, allerdings nicht so stark wie die Mitgliederzahlen. Ihre Zahl wächst aber ebenfalls.
An einem Ehrenamt Interessierte können sich etwa im Wegeteam einbringen oder das Naturschutzteam unterstützen. Letzteres organisiert zum Beispiel den Alpinflohmarkt (nächster Termin am 14.03.2026), nimmt an Müllsammelaktionen teil und hilft bei Aktionen auf Gemeindeebene mit.
Welche Angebote oder Sparten (zum Beispiel Kletterhalle, Kurse, Kinder- und Jugendgruppen) tragen aus eurer Sicht besonders zum Wachstum bei?
Das breite Angebot war schon immer die Stärke unserer Sektion. Wir bieten für jeden etwas an, vom Breitensport über Leistung bis zu Gesundheit im Alter. Dazu kommen eine Geschäftsstelle vor Ort mit persönlicher Beratung und großer Erreichbarkeit, eine tolle Hütte in einer ruhigen Ecke im Naturpark Karwendel mit wunderbaren Hüttenwirten und vor allem einen innovativen, entscheidungsfreudigen und weitblickenden Vorstand.

Gab oder gibt es Projekte oder Investitionen, die erst durch das Mitgliederwachstum möglich wurden – etwa bei Infrastruktur, Wegesanierungen oder Umweltprojekten?
Das Umweltsiegel der Tölzer Hütte und ihr Umbau wurden durch das starke Mitgliederwachstum ermöglicht, gleichzeitig aber auch das große Kursangebot und die vielen kostenlosen Gruppenangebote.
Wo seht ihr die größten Herausforderungen für die kommenden Jahre: Gewinnung von Ehrenamtlichen, Kapazitätsgrenzen, Finanzierung oder der Schutz der Berge bei steigender Nachfrage?
Zu den größten Herausforderungen gehören der Spagat zwischen Klima- und Naturschutz auf der einen Seite und der steigenden Nachfrage nach Aktivitäten in den Bergen.
Und wann knackt ihr nun die 10.000er-Marke?
Das wird sich zeigen.